G e s e l l s c h a f t
Wie ein Postbote die Psychiatrie überführt...
..und zum Schirmherrn Psychiatrie-Erfahrener wurde!




Armin Nack, Vorsitzender Richter des 1. Strafsenats des Bundesgerichtshofs über Gert Postel in einem Vortrag an der juristischen Fakultät der Universität Passau am 31. Mai 2012:

"...Postel war Obergutachter und ich sage Ihnen eines: der Postel war der beste Gutachter, besser als die beiden gelernten Psychiater..."
Hier sehen Sie den gesamten Vortrag von Armin Nack
Kommentar in der die Freitagskolumne von Ursula Prem

!Neu! Vom grenzenlosen Schein akademischen Seins Dr. jur. Gabriele Feyerer: Der Postler im Schafspelz
Interviews mit Gert Postel
Dissidentenfunk: Interview 1
| Interview 2
TV Interview in English und in Russisch
Fernsehauftritte
Zeitungsberichte: Deutsch | Nederlands
Gert Postel in Hebräisch /Gert Postel in den USA
Umbenennung in der Charité
Festrede bei der Irren-Offensive in Berlin | audio
Gert Postel im Internet: Deutsch / Polski / Nederlands
Gert Postel in der Diplomarbeit (Universität Marburg)
Gert Postel Lehrstoff in der Schule
Sein Bestseller "Doktorspiele":
Rezension - Bestellung
Rezension in "Psychotherapie"
Fachartikel über Gert Postel in "CliniCum"
Gert Postels Rechtsanwälte:
Nicolas Becker und Stefan Conen

Audio
Gert Postel spricht:

Impressum
Direktkontakt zu Gert Postel:


Gert Postel Vortrag in Salzburg - Audioaufzeichnung vom 6.4.2014 (63 Min.)

 

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Am 8.10.13: nz-online Blog Vip-Raum
"Bunt, bunter, Bezirkstag"

über den Klinikaufseher Dr. Horst Krömker, der mal Chef von Gert Postel
in der Klinik im sächsischen Zschadraß war

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Gert Postel im Interview mit dem Psychiater Joachim Guzy im MDR
(unbedingt bis zum Ende anschauen!)


Bericht in der "Kreiszeitung" vom 6.7. über:

Gert Postel berichtet im Bremen von seinen „Doktorspielen“
Lesung im NAHBEI mit anschließender Diskussion

Der Martinsclub holt Gert Postel für die erste Lesung in seiner Heimatstadt nach Bremen.

In den 90er Jahren erregte er viel Aufmerksamkeit als falscher Leitender Oberarzt in einer psychiatrischen Klinik. „39 Ärzte haben sich beworben und der Postbote wurde eingestellt“ sagt Postel. Eineinhalb Jahre lang führte er sein Gegenüber an der Nase herum. Sogar zum Vorsitzenden des Fachärzteprüfungsausschusses der sächsischen Landesärztekammer wurde er benannt.

Warum das Ganze? „Ich wollte mich öffentlich über die so genannte Wissenschaft der Psychiatrie lustig machen, Macht ausüben, um das Denken zu verändern“, sagt er. Nach seiner Verurteilung und dem Ende seiner Haftstrafe 2001 schrieb er Erfahrungen und Gedanken nieder. Seine Geschichte wurde zweifach verfilmt.

„Doktorspiele“ offenbart Geständnisse eines „Hochstaplers unter Hochstaplern“, wie er es selbst bezeichnet. Im Anschluss können die Besucher offen diskutieren. Siehe Bericht hier.


Aschermittwoch 2011, Zitat aus der Rede von Dr. André Hahn:
Wie die Moral bei der Beurteilung von G. Postel und K. T. zu Guttenberg geteilt wird

Wer über Guttenberg redet, darf Postel nicht vergessen. Der Postbote Gert Postel wirkte in Sachsen als Leitender Oberarzt im Fachkrankenhaus für Psychiatrie in Zschadraß. Seine psychiatrischen Gutachten wurden nie beanstandet, außerdem hielt er anerkannt gute Vorträge vor Medizinern.

Wäre Postel nicht zufällig enttarnt worden, hätten womöglich eine C3-Professur und der Posten als Klinikdirektor im Sächsischen Krankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Arnsdorf auf ihn gewartet. Trotz seiner tadellosen ärztlichen Tätigkeit verlangte der Freistaat Sachsen von Postel Gehaltsrückzahlungen in mittlerer sechsstelliger Größenordnung, da der Mann akademische Qualifikationen vorgetäuscht habe, über die er nicht verfüge.

Im Unterschied zum Fall Postel war im Fall Guttenberg eine Bundeskanzlerin der Meinung, dass ein überführter Hochstapler und Betrüger seinen hoch dotierten Posten behalten und weiter Bundesverteidigungsminister spielen darf. Für mich ist das vor allem eines: Doppelmoral pur!

Herr Postel gilt im Übrigen seit damals als Patron der Psychiatrie-Betroffenen und hielt z. B. eine -- ich zitiere: "Festrede zum 25. Jubiläum der Irren-Offensive in Berlin". Was sich rund um Herrn Guttenberg in den Wochen vor seinem Rücktritt abgespielt hat, war dagegen echt irre. Da kamen auch aus der sächsischen CDU, deren Vertreter Herrn Postel nach Bekanntwerden seiner Hochstapelei aufs Gnadenloseste verfolgt haben, reihenweise Solidaritätsbekundungen. Wahrscheinlich weil Etikettenschwindel sowieso ein Markenzeichen der so genannten bürgerlichen Politik in Sachsen ist...




Großartige literarische Zusammenfassung der Leistungen und Verdienste von Gert Postel:

...Wer über eigene grenzwertige Erfahrung mit akademischen Seelendoktoren verfügt, weiß auch, wie ausgiebig sie ihrer „Deutungshoheit seelischer Patientenbefindlichkeit” frönen (so der Terminus technicus des praxiserfahrenen Postel).
Selbst bin ich zwar geneigt, seine Behauptung, manche Psychiater könnten – ungeachtet ihres Berufes – tatsächlich über einige Intelligenz verfügen, als Scherz anzusehen, jedoch sind die Diagnosen und Expertisen medizinischer Größen, ob sie nun Leib oder Seele betreffen, nicht selten gespickt mit entlarvenden Beweisen einer sich selbst genügenden Pseudowissenschaft. In der Psychiatrie herrsche jedenfalls, so Postel, ein grenzenloses „Genügen an Worten” samt einer unstillbaren „Sehnsucht nach Etikettierung”. Als intellektuelle Herausforderung habe er die Führung einer psychiatrischen Klinik jedenfalls nie empfunden. Solche Forderungen zu bedienen, fiele ihm dank gut entwickelter Intuition extrem leicht. Ein echter Oberarzt gab zu, ihn mehr zu bewundern als zu verurteilen, denn immerhin habe er keinem Patienten geschadet. Postels Entgegnung: „Ich bin ja auch kein Psychiater”. ...
Zitat aus und der ganze Text hier: Der Postler im Schafspelz von Dr. jur. Gabriele Feyerer




Bericht von n-tv online:

Dienstag, 08. März 2011

Hochstapler Postel über zu Guttenberg
"Nicht jede Unwahrheit ist eine Lüge"

Die Ermittlungen gegen Karl-Theodor zu Guttenberg haben gerade erst begonnen. Für viele im Land ist jedoch bereits klar: Der Ex-Minister ist ein Hochstapler. "Es handelt sich um massive, systematische Täuschung", liest man in einem offenen Brief von Doktoranden an die Bundeskanzlerin. Guttenbergs Motivation sei gewesen, sich "den Doktortitel zu erschleichen, mit dem er dann nicht zuletzt auf Wahlplakaten geworben hat", heißt es weiter.

Doch wie ist das eigentlich mit der Hochstapelei? Gert Postel ist jemand, der es wissen muss. Der heute 52-jährige Postel ist ausgebildeter Postbote, arbeitete jedoch insgesamt mehrere Jahre als leitender Oberarzt und Facharzt in psychiatrischen Kliniken – ohne dass jemand Verdacht schöpfte. Zudem wurde er als Sachverständiger in zahlreichen Prozessen vor sächsischen Strafkammern gehört. Am Ende seiner Karriere sollte er sogar zum Chefarzt im Sächsischen Krankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Arnsdorf befördert werden. Er flog nur auf, weil ihn eine Mitarbeiterin wiedererkannte, die über seine wirkliche Identität Bescheid wusste. Der falsche Arzt wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. Wegen guter Führung wurde er im Jahr 2001 nach zwei Jahren entlassen.

n-tv.de: Herr Postel, viele Menschen bezeichnen Ex-Verteidigungsminister Guttenberg als "akademischen Hochstapler". Wie sehen Sie das – als Experte auf dem Gebiet?

Gert Postel: Ich finde, dass Guttenberg überhaupt kein Hochstapler ist, zumindest nicht im klassischen Sinne. Ich finde, als Adliger darf er abschreiben und sich bei den geistigen Produkten seiner bürgerlichen Mitmenschen bedenkenlos bedienen. Das ist sein Recht, genauso wie seinen Vorfahren noch das "Jus primae noctis", das "Recht auf die erste Nacht", zustand.

Warum geben manche Menschen vor, jemand zu sein, der sie nicht sind?

Ich glaube, dass Geltungssucht fast in jedem Menschen zutiefst verankert ist. Und die Befriedigung dieser Sucht ist für viele Menschen ungeheuer wichtig – auch wenn das eigentlich gar nicht nötig wäre. Ich würde mit Schopenhauer zwischen "Willen" und "Intellekt" unterscheiden. Der Wille schaltet den Intellekt aus. Um es auf Guttenberg zu beziehen: Sicher war es von ihm keine kluge Aktion, und er hat sie auch überhaupt nicht nötig gehabt. Aber er war eben ein bisschen geltungssüchtig, und das wurde ihm zum Verhängnis. Aber wissen Sie: Die Allgegenwart der Hochstapelei, die kann uns vielleicht auch ein bisschen mit ihr versöhnen. Es wird generell sehr viel geheuchelt - oft auch von den falschen Leuten.

Sie sprechen aus Erfahrung?

Ja. Ich habe mich beispielsweise immer als "Hochstapler unter Hochstaplern" gefühlt. Ich habe es mit leeren Worten, die keiner hinterfragt hat, bis zum Chefarzt geschafft. Ich wusste immer, dass man vermittels sprachlicher Akrobatik sehr viel bewegen kann. Auf meine Stelle hatten sich 39 Fachärzte beworben, teilweise habilitiert! Acht davon mussten Vorträge halten vor der Berufungskommission. Ich habe über die "Pseudologia phantastica" gesprochen, die "Lügensucht im Dienste der Ich-Erhöhung am literarischen Beispiel der Figur des Felix Krull". Und das sprühte doch vor Ästhetik. Schließlich fragte mich der Vorsitzende der Kommission: Über was haben Sie denn promoviert? Und ich habe geantwortet: über "Kognitiv induzierte Verzerrung in der stereotypen Urteilsbildung." Das ist eine Aneinanderreihung leerer Begriffe – also völliger Schwachsinn. Dieser Professor sagte dann: "Ah, das ist ja interessant. Sie werden sich bestimmt bei uns wohlfühlen!"

Ist es die Dreistigkeit, die einen guten von einem schlechten Hochstapler unterscheidet?

Ich würde eher sagen: Die Kreativität der Darbietung.

Ich stelle mir das auch ungeheuer belastend vor, täglich mit dem Wissen um die Gefahr zu leben, irgendwann entlarvt zu werden.

Naja - nehmen wir mal an, Guttenberg war grundsätzlich bewusst, dass er seinen Doktortitel zu Unrecht trägt. Ich glaube nicht, dass ihm das dann jeden Tag gegenwärtig gewesen ist. Er war derart narkotisiert durch das, was er jeden Tag gemacht hat, dass er darüber nicht mehr nachgedacht hat. Hinzu kommt auch, dass man - wenn man solche hohen Ämter inne und eine solche Karriere hingelegt hat – in der Hybris lebt, man sei nicht angreifbar.

Ihnen wäre das nicht passiert?

Nein, sowas wäre mir sicher nicht passiert. Ich hätte das nie im Leben gemacht - weil ich weiß, dass man das ganz schnell hätte rausbekommen können. Das ist ausgesprochen dumm.

Bei Ihnen hätte man ja auch nur mal nachforschen müssen, und Sie wären enttarnt gewesen…

Ja, aber es wird immer nur da nachgeforscht, wo man zweifelt. Wo man nicht zweifelt, wird nicht nachgeforscht. Und bei mir gab es nichts zu zweifeln.

Dennoch lebt man in der Angst, dass die Lüge irgendwann auffliegt. War das für Sie persönlich nicht belastend?

Sie sprechen von "Lüge". Aber was verstehen Sie darunter? Es war vielmehr die Ausstattung einer vorhandenen, aber nicht in die Wirklichkeit eingetretenen Realität mit denjenigen materiellen Merkmalen, derer sie bedarf, um von der Welt anerkannt und gewürdigt zu werden. Man muss die Begriffe etwas sorgfältiger wählen. Nicht jede unwahre Aussage hat die sittliche Qualität einer Lüge. Denn das ist ja eine moralische Wertung. Ich glaube, dass man manchmal auch der Wahrheit mit den Mitteln der unwahren Aussage zum Durchbruch verhelfen muss.

Sie würden also sagen: Sie hatten die Qualifikation als Oberarzt, Ihnen fehlten lediglich die nötigen Unterlagen dafür.

Die inhaltlichen Dinge waren bei mir vorhanden, ja. Das hat mir immerhin sogar mein Chef attestiert: "Herr Oberarzt Dr. Postel übertrifft die Erwartungen." Und das Ministerium hat mich zum Chefarzt der Forensischen Klinik gemacht. Ich habe in den zwei Jahren als Oberarzt niemals irgendeine Kritik erfahren und stand unter permanenter Aufsicht von 40 Ärzten und 10 Psychologen. Ich war immer in der Offensive, war sogar Weiterbildungsbeauftragter der sächsischen Ärztekammer.

Sie sollten sogar zum Professor berufen werden?

Ja. Und ich bin durch den sächsischen Landtag zum Chefarzt der forensischen Klinik in Arnsdorf ernannt worden. Ich hab' die Stelle nur nicht angetreten.

Mit Gert Postel sprach Fabian Maysenhölder

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"DER SPIEGEL" berichtet im Heft 51/2010, Seite 169:

Personalien - Gert Postel

Gert Postel, 52, als falscher Amts- und leitender Oberarzt zu bundesweiter Berühmtheit gelangt, hat sich als Referent bei der Polizeiakademie Hessen verdingt.
Anfang Dezember las er vor Führungskräften aus seinem Buch "Doktorspiele".

Darin schildert Postel ausführlich, wie er in den neunziger Jahren Mediziner, Bürokraten und Politiker zum Narren gehalten hat... Postel, der einst in Flensburg als "Dr. Dr. Clemens Bartholdy" psychiatrische Diagnosen stellte und später im sächsischen Landeskrankenhaus in Zschadraß zahlreiche psychiatrische Gutachten erstellte, saß wegen Titelmissbrauchs und Urkundenfälschung zweieinhalb Jahre im Gefängnis.

Sein dreistündiger Auftritt an der Polizeiakademie kam so gut an, dass ihm die Seminarleitung hinterher schriftlich beschied, die Teilnehmer hätten "gern noch länger" zugehört.

Sächsischer Justizminister lobt Gert Postel !

Zitat aus dessen Rede in der Charité am 15.6.2007, Seite 20:
Ein Fall wie vor zehn Jahren in Sachsen, als der Hochstapler Gert Postel, vormals ein Postbote, als angeblicher Facharzt für Psychiatrie unbeanstandet mehr als zwei Dutzend Gutachten fertigen konnte, ist beschämend.

Wir gratulieren Gert Postel zum prominenten Auftritt in der Schweiz:

Am 4. September 2008 war Gert Postel zusammen mit dem Schweizer Bundesminister Moritz Leuenberger der von den Besuchern am besten bewertete Referent beim Wirtschaftsforum der Region Wil zum Thema "Verhalten, Stil, Moral und Ethik:
Erfolgsfaktoren oder Schlagworte?"


Im Vorfeld der Marburger Lesung hat Gert Postel folgendes Interview gegeben:

Gert Postel, Sie werden von vielen Menschen verehrt, man hat einen "Gert-Postel-Fan-Club" (www.gert-postel.de) gegründet, von anderen verurteilt: wer hat recht?
,,Mein Problem bestand eben darin, daß ich gelobt oder getadelt, aber kaum verstanden wurde. Inzwischen bin ich insoweit bedürfnislos geworden."

Wer sind eigentlich die Leser Ihres Buches?
,,Ich habe ausgesuchte Intelligenzen unter meinen Lesern, von Petersburg bis London, von Zürich und Wien bis nach Paris. Nur in Europas Flachland Deutschland werde ich kaum zur Kenntnis genommen. Das spricht nicht gegen mich und nicht für die Herren und Damen Deutschen. Man geht mit mir nach Maßgabe seiner eigenen Begabung um. Wenn man von den Falschen gelobt wird, muß man sich ohnehin fragen, was man falsch gemacht hat. Vor solcher Notwendigkeit stehe ich nicht und stand ich nie."

Wie sind Sie in den akademischen Kreisen hier in Marburg aufgenommen worden?
,,Ich hatte Standesdünkel, Arroganz, Kälte und despektierliches Weggucken erwartet und war ganz überrascht, daß mir seitens der bildungsbürgerlichen Professorengesellschaft stattdessen durchgängig mit Demut und menschlicher Warmherzigkeit und Respekt begegnet wurde. Man war sich auch nicht zu schade, jemanden ohne akademische Grade und mit einfachem Hauptschulabschluß in seine engeren Zirkel zuzulassen. Nein, man war vorurteilslos, welche charakterliche Eigenschaft ja auch ein untrügliches Zeichen hoher Bildung ist; man war nicht so, wie von den Stammtischen gewohnt, dessen Vorurteilsstrukturen ja oft geradezu menschenverachtende Züge annehmen und den Blick verstellen. Das hat mich berührt, hat mich auch ein bißchen beschämt, hat vor allem vieles erleichtert."

Könnte man sagen, daß Sie während Ihrer Oberarztzeit Menschen getäuscht haben?
,,Nein, ich habe Täuschungen sichtbar gemacht und aufgehoben. Ich habe den Psychiatern einen Spiegel vorgehalten, in welchem sie häßlich aussahen. Unbegabt und selbstverliebt, wie sie sind, haben sie dann auf den Spiegel eingeschlagen, statt zu lernen. Aber, was kann der Spiegel dafür, wenn ich häßlich bin? Ach, wo ist in den Bezirken der Psychiatrie, der Psychotherapie und Psychologie eine Eitelkeit, die ich nicht verletzt hätte? Natürlich, man darf gute Leute nicht belügen, aber die Betrüger zu betrügen, war schon immer eine List der Schwachen gegen die Starken und eines der schönsten Spiele überhaupt. Auch hat noch nicht jede unwahre Aussage die sittliche Qualität einer Lüge. Manchmal muß man mit der Täuschung der Wahrheit zum Durchbruch verhelfen."

Aber Sie haben Menschen manipuliert.
,,Verhaltensbeeinflussung ist eine verbreitete Methode unter den Menschen wie unter den Tieren. Eine Methode kann man nicht von ihrer Mißbrauchsmöglichkeit her definieren. Sie können die Flugtechnik nicht mit dem Argument verwerfen, mit Flugzeugen ließen sich Städte bombardieren. Eine Manipulation, die auf den Nutzen des Manipulierten oder auf solidarischen Nutzen abzielt, ist sittlich nicht nur gerechtfertigt, sondern geboten. Wenn ich aber eine Person der Behandlung durch einen Psychiater entziehe, habe ich ihr bereits dadurch geholfen. Was ist denn Psychiatrie anderes als schlimmste Manipulation und - teils zwangsweise - Entmündigung hilflos gemachter Menschen? Auch wäre die Frage zu stellen, ob es so etwas wie psychiatrische Erkrankung überhaupt gibt oder sich nicht bloß im Sprechakt des Arztes bei der Diagnosestellung erschöpft, - zum eigenen Machterhalt. Psychiatrische Diagnostik ist immer auch Ausgrenzung nach der Banalität: ,,Du bist krank, ich aber bin gesund." Wer in eine psychiatrische Praxis geht, hat die Definitionshoheit über seine Gefühle verloren. Psychiater sind übrigens sprachakrobatisch sehr gewandte Leute, die in ihren Gutachten jeweils auch das Gegenteil und das Gegenteil vom Gegenteil völlig plausibel begründen können. Plausibilität aber sagt über den Realitätsgehalt noch gar nichts. Ich habe mich während meines Rollenspiels oft als Hochstapler unter Hochstaplern gefühlt."

Womit beschäftigen Sie sich zur Zeit?
,,Ich habe keine Langeweile. Mein Kopf ist ein riesiges Ersatzteillager neuer Ideen, die sich aber nur zu einem geringen Teil in der Öffentlichkeit erörtern lassen. Es geht auch nicht jeden alles an. Was man wissen darf, ist, daß es im nächsten Jahr ein neues Buch geben wird, das ebenfalls hauptsächlich in der Psychiatrie spielt, aber auch in Marburg im sehr Realen.
Man erfährt hier ja viel, über das man staunt und das einen drängt, aufgeschrieben zu werden. Man muß das alles wahrnehmen, ohne es zu empfinden. Ich will nicht viel Konkretes sagen, aber diese wunderbare Marburger Gesellschaft wird auch bald in ihren Spiegel schauen dürfen, wie ehedem - und immer noch - die Freunde vom psychiatrischen Gewerbe. Außerdem wird mein erstes Buch für das Kino verfilmt. Auch dieser Film wird eine Überraschung werden, über welche die guten Leute lachen und lernen werden, die anderen hingegen werden vielleicht wutschnaubend zu Unkontrolliertheiten neigen. Mich freut das alles sehr."

Was würden Sie jemandem antworten, der Ihnen vorwürfe, Sie seien eher etwas unbescheiden?

,,Na, ich würde vielleicht sagen, daß Bescheidenheit bei mittelmäßigen Talenten bloße Ehrlichkeit sei, bei großen jedoch Heuchelei."


Fr. 19.01.2007, 20 Uhr in der Waggonhalle Kulturzentrum, Marburg an der Lahn (Programm hier lesen)

"Als Hochstapler unter Hochstaplern"
Gert Postel: "Doktorspiele. Geständnisse eines Hochstaplers"

Lesung und anschließendes Gespräch

Als der falsche Amtsarzt "Dr. Dr. Bartholdy" wurde der gelernte Postbote Gert Postel 1983 erstmals der Öffentlichkeit bekannt. Die anschließenden strafrechtlichen Sanktionen hinderte Postel jedoch nicht weiterhin nach Wallraff-Art im Psychiatriebetrieb Karriere zu machen. Der erste Höhepunkt seiner Karriere war mit der Stelle als leitender Oberarzt einer großen Psychiatrischen Klinik in Sachsen erreicht. Er machte seine Sache so gut, dass der sächsische Staatsminister ihn sogar zum Chefarzt für gerichtliche Psychiatrie in Arnsodorff bei Dresden erklärte.

Mittlerweile hat Postel, dem psychiatrischen Feld treu geblieben, nur die Seiten gewechselt und engagiert sich inzwischen in der antipsychiatrischen Bewegung, die ihm sogar eine eigene Homepage widmet (www.gert-postel.de).

Postels außergewöhnliche berufliche Laufbahn -- mit Hauptschulabschluss zum Chefarzt -- bot dem ZDF Stoff genug um eine Doku-Soap mit und über ihn zu drehen, während die ARD sich in einer Biographie mit dem Thema befasste. Darüber hinaus schrieb Postel selbst seinen Werdegang in dem Buch "Doktorspiele. Geständnisse eines Hochstaplers" (Eichborn 2001) nieder, das wochenlang in den Spiegel-Bestellerliste platziert war.

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Waggonhalle Kulturzentrum e.V.
Rudolf-Bultmann-Str. 2a
35039 Marburg
Tel: (0 64 21) 69 06 26
Fax: (0 64 21) 6 25 79
www.waggonhalle.de

FREITAG, 22. FEBRUAR 2008

NEU:

Zitate aus:
Seite 18 HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG Hannover

ZU GAST IN HANNOVER von HEINRICH THIES

Gert Postel referiert in der IGS Mühlenberg über seine "Doktorspiele"

...Gert Postel, alias Dr. med Dr. phil Clemens Bartholdy, gilt als Star unter den Hochstaplern. In der Integrierten Gesamtschule Mühlenberg [Hannover] las der gebürtige Bremer jetzt aus seinem Buch "Doktorspiele" - quasi in der Nachfolge Thomas Manns, dessen "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krall" derzeit Pflichtlektüre für das Zentralabitur sind.

"Ich lasse nur unkritische Fragen zu", kündigt der großgewachsene Mann im schlichten Jackett zu Beginn der anschließenden Fragerunde an. Das ist natürlich ironisch gemeint. Aber mit Ironie ist es bekanntlich so eine Sache. Kritische Fragen jedenfalls wehrt Postel in der Regel tatsächlich ab. Ob er keine Angst hatte, mit seinem mangelnden Fachwissen Patienten zu schaden? "Die Frage enthält die Implikation, Psychiater hätten Fachwissen", kontert Postel keck. Nicht selten seien psychiatrische Diagnosen "eine Form des sozialen Mordens", zudem sei es fraglich, "ob es überhaupt psychiatrische Krankheiten gibt".

Solche Antworten finden den Beifall des Vereins Psychiatrie-Erfahrener, der seine Mitglieder aufgerufen hat, an der Lesung teilzunehmen. Denn Postel ist zum Helden der Antipsychiatriebewegung geworden. Sein Hauptanliegen, sagt er, sei es gewesen, den Psychiatriebetrieb der Lächerlichkeit zu überführen. "Ich war ein Hochstapler unter Hochstaplern." Und niemand habe zu zweifeln gewagt, wenn er Krankheitsbilder wie die "bipolare Depression dritten Grades" erfunden habe….


In den Fernsehnachrichten des MDR wird am 7.6.2007 über die Lesung von Gert Postel im Rathaus von Dresden und die Reaktion von Seiten des WPA Kongresses berichtet - Transkription und Videomitschnitt

 
Frankfurter Allgemeine Zeitung - Dienstag, 5. Juni 2007, Nr. 128 / Seite 11

Kurze Meldungen


Gert Postel, 48 Jahre alter Hochstapler, soll den Nobelpreis für Medizin bekommen. Das zumindest findet die Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener (BPE), die zusammen mit anderen Vereinen eine entsprechende Kampagne gestartet hat. Schon vor zwei Jahren hatte die BPE in einem Beschluss festgestellt, Postel habe "mit seinen existentiellen Experimenten mehrmals den Beweis dafür angetreten, dass es kein psychiatrisches Wissen gibt, sondern es sich nur um eine Täuschung handelt, die in betrügerischer Weise auf der Vorspiegelung von Wissenschaftlichkeit durch einen Jargon beruht". Mit "existentiellen Experimenten" umschreibt der Verein, dass sich der Briefträger mit gefälschten Zeugnissen auch Anstellungen als Arzt verschafft hat und in den neunziger Jahren zwei Jahre lange als "Oberarzt" und "Psychiater" im sächsischen Zschardraß tätig war. Das Leipziger Landgericht verurteilte Gert Postel dafür zu vier Jahren Haft. (reb.)

Sächsische Zeitung, Mittwoch, 6. Juni 2007, Titelseite!: www.iaapa.org.il/46024/PoatelArticleFrontPag

Der Hochstapler als Held

Der falsche Arzt Gert Postel führt heute in Dresden den Protest gegen einen Psychiatrie-Kongress an.

Von Heinrich Löbbers

Das wäre die Krönung einer der kuriosesten Karrieren im ganzen Lande. Ein ge­lernter Postbote, der als falscher Arzt Karriere machte und als Hochstapler verurteilt wurde, soll den Nobelpreis für Medizin bekom­men. So fordert es jedenfalls die Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener. Gert Pos­tel habe bewiesen, dass es gar kein psychiatrisches Wissen gebe und Psychiatrie gegen die Menschlichkeit gerichtet sei, so die Begründung. In der Tat hatte sich Postel ja in den 90er Jahren mit gefälschten Zeugnissen zum Oberarzt der Nervenklinik Zschadraß bei Leipzig hochgesta­pelt und wäre beinahe sogar Chefarzt des psy­chiatrischen Krankenhauses in Arnsdorf bei Dresden geworden. Seine Köpenickiade offen­barte einige Peinlichkeiten.

Das mit dem Nobelpreis ist eine verrückte Idee, die gewiss nicht erhört wird. Gert Postel aber kommt zu neuen Ehren. Heute hat er seinen großen Auftritt in Dresden - als Schirmherr der Anti-Psychiatrie-Bewegung. Er soll den Protest der "Psychiatrie-Erfahrenen" gegen einen internationalen Kongress anführen, den der Dresdner Professor Thomas Kallert organisiert hat. Dort wollen einige Hundert Ärzte über Zwangsbehandlungen in der Psychiatrie diskutieren. Aus Kallerts Sicht können solche Zwangsmaßnahmen durchaus gerechtfertigt sein, für die Protestierer aber sind sie Folter.

Ein Fall für Postel, der inzwischen eine Haftstrafe abgesessen, ein Buch mit dem Titel "Doktorspiele" geschrieben hat und an einem weiteren schreibt. Der 48-Jährige, der jetzt in Marburg wohnt, ist ja nicht etwa reumutig, sondern offenbar stolz auf seinen beruflichen Werdegang. Er habe ein "gesellschaftskritisches Ding" gemacht und der Psychiatrie den Spiegel vorgehalten, lobt er sich selbst. In Dresden will er heute aus seinem Buch lesen und "kritische Kommentare" zum Kongress der "World Psychiatrie Association" verkünden. "Die Macht der Psychiatrie" heißt die Veranstaltung, für die das Rathaus um 19 Uhr sogar den Ratssaal zur Verfügung stellt. In den nächsten Tagen finden zudem Protestaktionen am Rande der Tagung im Kongresszentrum statt.

Aus Sicht der "Psychiatrie-Erfahrenen" hat Postel einen empirischen Beweis dafür geliefert, dass es so etwas wie psychische Krankheit gar nicht gibt". Der Hochstapler ist für sie ein Held, der im Internet mittlerweile sogar einen eigenen Fanclub hat. In Dresden werden seine Fans ihrem Helden nun auch leibhaftig huldigen.

Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener e.V.
International Association Against Psychiatric Assault (IAAPA)
Werner-Fuss-Zentrum G.B.R. aus Irren-Offensive e.V.
und
Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Berlin-Brandenburg e.V.

Pressemitteilung:

Wir freuen uns mitteilen zu können, dass die-BPE gemeinsam mit kooperierenden Organisationen eine Kampagne initiiert hat, in der Gert Postel für den Medizin Nobelpreis vorgeschlagen wird.

Neben den Informationen über den inzwischen angemeldeten Protest gegen den Weltkongress der Psychiatrie in Dresden, möchten wir Sie gerne über diese Kampagne, ihre Motivation und wie sie international unterstützt wird, vertraut machen

Bemerkenswert ist im Übrigen, dass der Organisator des Kongresses der World Psychiatric Association, Prof. Kallert, nun auch öffentlich bestätigte, dass Folter, Zwang und Gewalt in der Psychiatrie bei diesem Kongress nicht diskutiert, sondern nur perfektioniert werden sollen. Zitat Prof. Kallert am 24.5. in der LVZ und der DNN: "Natürlich sind Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie gerechtfertigt."
Wir freuen uns, dass sich zumindest unser Wunsch nach einem finanziellen Fiasko dieses Kongresses erfüllt: Wie unsere Ermittlungen inzwischen ergeben haben, kommen statt der erwarteten 1500 Besucher kaum 300 Besucher zu diesem verwerflichen Treffen. Damit entpuppt sich der Kongress nicht nur inhaltlich, sondern auch finanziell als ein jämmerliches Desaster.

Es wird Zeit für eine Entschuldigung

In der schon lange währenden Debatte um die Verantwortung der Wissenschaft für Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurde eine Institution bisher ausgeblendet: der Nobelpreis.

Als Unterzeichner dieses Aufrufs wollen wir an die unmoralische Verleihung des Nobelpreises für Lobotomie an Antonio Egas Moniz im Jahr 1949 erinnern. Die Lobotomie, insbesondere wenn sie mit dem in der Psychiatrie üblichen Zwang und unter Gewaltanwendung ausgeübt wurde, war ein offensichtliches Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Dafür Antonio Egas Moniz mit dem Nobel-Preis zu belohnen, gab dieser Grausamkeit den Ruf guter medizinischer Praxis und förderte ihren Gebrauch.

Da der Nobelpreis nicht zurückgenommen werden kann, appellieren wir an das Nobelpreis-Komitee sowie die Universitäten, die zur Nomination für den Nobelpreis autorisiert sind, sich mit einer Geste eigener Art zu entschuldigen: Durch die Verleihung des Nobelpreises für Medizin an Gert Postel, der erfolgreich den Chefarzt einer Psychiatrie vorgetäuscht hat. Seit 1981 hat er dreimal bewiesen, dass es gar kein psychiatrisches Wissen gibt und er hat somit Psychiatrie als eine gegen die Menschlichkeit gerichtete Institution aufgedeckt. Er hat mit seinem existentiellen Experiment bewiesen, dass es innerhalb der Wissenschaft eine Stimme der Moral gibt, welche in der Tat notwendig ist, um die Möglichkeiten von wissenschaftsfundierter Technik und medizinischer Praxis zu begrenzen.

Dieser Aspekt von Gert Postels Arbeit muss belohnt werden, jenseits aller Kontroverse darüber, ob er kriminelle Methoden anwendete, als er eine ärztliche Approbation fälschte, die es in der Psychiatrie sowieso nicht geben kann und die ihn insofern in einen diametralen Gegensatz zu einem der Hauptdogmen der Medizin gebracht hat.

Gert Postel vollendete das berühmte David L. Rosenhan Experiment und hat bewiesen, dass es auch auf der Ärzteseite jederzeit wiederholt werden kann. Er hat folglich einen empirischen Beweis dafür geliefert, dass es so etwas wie "psychische Krankheit" gar nicht gibt.

Beschluss der Mitgliederversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener e.V. vom 15.5.2007
Beschluss der Mitgliederversammlung der International Association Against Psychiatric Assault vom 24.4.2007
Beschluss des Plenum des Werner-Fuss-Zentrums vom 23.5.2007
Beschluss der Vorstände von Landesverband Psychiatrie-Erfahrnerer Berlin-Brandenburg e.V. und Irren-Offensive e.V.


Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener e.V.

Bitte hier klicken, um das ganze  Plakat zu sehen!
Bild anklicken, um das ganze Plakat zu sehen!

Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Straße 4
10405 Berlin

Fax: 030-782 8947

www.die-bpe.de

17. Mai 2007

Presseerklärung:

The torturers are worried - Die Folterer sind in Sorge

Vom 6.-8. Juni soll in Dresden ein Weltkongress der Psychiatrie zum Thema Zwangsbehandlung stattfinden.

Wir meinen, dass psychiatrische Zwangsbehandlung menschenverachtende Folter ist.

Wir fordern die Veranstalter auf, den Kongress abzusagen. Teilnehmer, die schon ihre Anreise und Übernachtung gebucht haben, könnten stattdessen die touristischen Attraktionen von Dresden genießen.
Der Kongress ist von Übel, da ihm als Prämisse folterartiger Zwang und Gewalt in der Psychiatrie zugrunde liegen. Genau diese Prämisse bestreiten wir. Für diese Gewaltmaßnahmen kann es auch dann keine Entschuldigung geben, wenn behauptet wird, es handle sich um eine "medizinische" Behandlung, denn für eine solche müsste der Grundsatz des "informed consent", d.h. informierte Zustimmung, als unverletzliches Menschenrecht gelten.
Die unmittelbare Nähe von psychiatrischer Zwangsbehandlung und Folter ist also evident1.

Für die medizinisch maskierte psychiatrische Gewalt in Form von Einsperrung und Zwangsbehandlung bildet eine Schein"Diagnose" in psychiatrischem Jargon die Grundlage. Wir meinen, dass es sich dabei um eine Verleumdung handelt, insbesondere bei solchen Worten wie "Schizophrenie", der Erfindung eines gewissenlosen Eugen Bleulers, der inzwischen bekannt dafür geworden ist, dass er seriell ein typisches Naziverbrechen begangen hat: Zwangssterilisationen. Diese Zwangssterilisationen waren der Auftakt für die Singularität der deutschen Ärzteverbrechen: systematischer Massenmord in der Gaskammer, der die Vorlage für den Mord an den europäischen Juden, Sinti, Roma und Anderen war.

Niemand hat die völlige Inhaltsleere des psychiatrischen Jargons besser demonstriert als Gert Postel. Gert Postel wurde, obwohl nur ausgebildet zum Postboten, zum Chefarzt einer sächsischen Psychiatrie befördert. Durch seine verdeckten Ermittlungen kennt er den Machtapparat der Zwangspsychiatrie von innen. So kann er von der Innenseite einer Macht berichten, die nur auf der Mystifikation eines nicht-vorhandenen Wissens und der Gläubigkeit ihrer Untertanen beruht. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir ihn für eine Veranstaltung am 6. Juni um 19 Uhr im Dresdner Rathaus gewinnen konnten, in der er die Strukturen ihrer Machterhaltung ironisiert.
Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit WIR e.V. Dresden statt.

Um der interessierten Öffentlichkeit in Dresden eine breite Informationsmöglichkeit zu bieten, zeigen wir außerdem bei freiem Eintritt im Filmtheater Metropolis die Filmreihe Psychiatrie-Kritik:

5. Juni - 20 Uhr: Das Foucault Tribunal 22 Uhr: Interview mit Gert Postel + Michel Foucault, Philosoph
7. Juni - 20 Uhr: For your own good 22 Uhr: Frances
8. Juni - 20 Uhr: Sichten und Vernichten + Unheimliches Wiedersehen 22 Uhr: Healing by Killing

Direkter Protest vor dem Kongressgebäude ist in Planung. Wir hoffen, dass den Teilnehmern des Kongresses rechtzeitig verständlich wird, das dieser Kongress von den Betroffenen unerwünscht ist. Er möge für die Veranstalter ein finanzielles Fiasko werden, wenn unsere Forderung einer Stornierung des Kongresses ignoriert werden sollte.

Beschluss der Mitgliederversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener e.V. vom 15.5.2007


1) Zwangspsychiatrie, ein Foltersystem: www.iaapa.de/zwang2_dt/halmi.htm



Gert Postel verändert die rechtspolitische Diskussion:
ZRP (Zeitschrift für Rechtspolitik) 4/2004, S. 131:

 

"der SPIEGEL" (42/2006, S. 54) Zitat:

"Fehler, die da fast zwangläufig entstehen, fallen den Richtern - psychiatrischen Laien - häufig nicht auf. Wie sonst hätte etwa der Hochstapler Gert Postel, vormals Postbote, zwischen 1995 und 1997 als angeblicher Facharzt für Psychiatrie in Sachsen unbeanstandet mehr als zwei Dutzend Gutachten verfassen können?"


Leserbrief von Gert Postel an den "Spiegel" als Antwort darauf:

Meine Gerichtsgutachten sind leider kein gutes Beispiel, um die These von den leicht zu täuschenden deutschen Richtern zu belegen. Denn meine Gutachten erfüllten die von den Professoren Leygraf und Kröber (auch zum eigenen Machterhalt) propagierten Mindesstandards für Schuldfähigkeits- und Prognosegutachten allemal. Das lag u.a. daran, daß sich in der Zschadrasser Klinikbibliothek ein Muttergutachten befand, das ich in Gliederung und Klarheit der Diktion mir immer wieder zum Vorbild nahm. Verfasser dieses Muttergutachtens war - wen wundert´s - Prof. Dr. Norbert Leygraf. Als ich aufflog, wurden alle meine Gutachtenfälle nachbegutachtet, ohne dass eine einzige Beurteilung geändert werden mußte. Es geht nämlich bei der Begutachterei weniger um die Einhaltung formaler Kriterien als um das untrügliche Gespür dafür, was die Zeitläufe gegenwärtig von den führenden Psychiatern des Landes erwarten.
Dieses Gespür besitzt nicht jeder Psychiater, wohl aber Karl-Ludwig Kröber und Norbert Leygraf (und ich).

Gert Postel


Der Theaterstapler
Die Tageszeitung vom 29. 6. 2006

Gegenüber der Taz bekundet Leander Haußmann die Echtheit seines Interesses:
"Das sind eigentlich Volkshelden, die stellvertretend für uns Rache am Establishment üben."


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